Credits: Artūrs Kondrāts
Der lettische Schlagzeuger Juris Azers hat sich international nicht nur einen Namen als brillianter Solist, sondern auch als Kammermusiker und Autor spannender Konzertprogramme und -konzepte gemacht. In seinen Projekten beschäftigt er sich mit der interdisziplinären Verknüpfung verschiedener Kunstformen. Das spiegelt sich auch in seinen Konzertprogrammen wider, in die er oft zeitgenössische Musik vermittelnd einfließen lässt.
Seine musikalische Ausbildung erhielt Azers bei Dzintra Knābe an dem Emīls Dārziņš Musikgymnasium in Riga, bei Ludwig Albert, Lin Chin Chen und Luk Artois an der LUCA Hochschule der Künste, dem “Campus Lemmensinstituut” in Leuven und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, wo er 2021 sein Masterstudium bei Li Biao, Rainer Seegers und Franz Schindelbeck abschloss. Weitere künstlerische Impulse erhielt Azers bei namhaften Musikern wie Pius Cheng, Jonathan Haas, Emanuel Sejourne, She-e Wu, Frederic Macarez, Ludwig Albert, Eriko Daimo, Axom Duo, Andrei Pushkarev und Michael Burritt. Azers nahm erfolgreich an diversen internationalen Wettbewerben teil. Beim Universal Marimba Wettbewerb wurde er Halbfinalist. Er ist Preisträger des Italienischen Perkussionswettbewerb (1. Preis) und des internationalen Perkussionswettbewerb von Jonas Talocka (3. Preis) in Litauen. Dem Komponisten Alejandro Viñao widmete Azes sein Konzertprogramm Texture of Groove. Für diese Arbeit wurde Azers gemeinsam mit Schlagzeuger Guntars Freibergs 2018 für den Großen Musikpreis Lettlands in der Kategorie Außerordentliche Ensemblearbeit nominiert. Für seine musikalischen Erfolge erhielt Juris Azers außerdem den Exzellenz-Preis des lettischen Kulturministeriums.
Als Kammermusiker konzertiert Juris mit etablierten Ensembles wie dem Zafraan Ensemble, dem Ensemble KNM Berlin, dem modern art ensemble, dem Brasscussion Ensemble von Reinhard Toriser und dem Li Biao Percussion Ensemble. 2014 bis 2016 war er festes Mitglied der Belgian Marimba Group. Zurzeit ist Azers Mitglied des von Vladimir Jurowski geleiteten ensemble unitedberlin – eine Besetzung, mit der er u.a. im Konzerthaus Berlin, in der Elbphilharmonie Hamburg, beim Beethoven Festival in Bonn und beim Drugoe Prostranstvo Festival in Moskau konzertierte. Im März 2022 trat Juris Azers als Solist (I. Xenakis Rebounds) im Rahmen des Konzertes Energeia - Hommage à Xenakis von unitedberlin in der Elbphilharmonie auf.
Gemeinsam mit der Schlagzeugerin Minhye Ko spielte Juris Azers 2018 bei der live vom Radiosender rbbKultur übertragenen Konzertreihe Die Absolventen und bei den Exzellenz-Konzerten – einem Format unter der Schirmherrschaft von Daniel Barenboims. 2018 gründete er mit dem lettischen Schlagzeuger Guntars Freibergs ein Perkussion-Duo, mit dem er bereits zahlreiche spannende Programme entwickelte und in bedeutenden Konzertsälen und bei renommierten Festivals - wie etwa dem Festival für neue Musik deciBels in Riga – aufführte. Gemeinsam mit den Pianistinnen Agnese Egliņa und Elīna Bērtiņa und dem Schlagzeuger Guntars Freibergs rief er 2021 zwei sehr besondere Konzerprogramme ins Leben – Bernstein. Crumb. America. und Auznieks.Bartok.Crumb – die im Konzertsaal Latvija und im Konzertsaal Cēsis aufgeführt wurden. Mit letzterem wurden die Künstler*innen für den Preis der Lettischen öffentlichen Medien in der Kategorie Konzert des Jahres nominiert. Mit seinem Programm Piano Phase, in dem er gemeinsam mit drei weiteren Musiker*innen Werke von Steve Reich und zeitgenössischen lettischen Komponist*innen präsentiert, durfte er im April 2021 das Festival Latvian New Music Days eröffnen. Mit Blick auf Azers interdisziplinär geprägte Herangehensweise, seien die Projekte mit der Regisseurin Margo Zālīte erwähnt: Die gemeinsam erarbeitete fluxus nano Oper At Home/ Not at Home wurde im Rahmen der Wanderausstellung PORTABLE LANDSCAPES des Nationalen Kunstmuseum Lettlands uraufgeführt.
2021 wirkte Azers gemeinsam mit dem Ensemble unitedberlin an einer Produktion der Bundesakademie für junges Musiktheater im Schlosstheater Rheinsberg (Europa | Ariadne | Theseus - Drei Kurzopern von Darius Milhaud) mit. Mit dem selben Ensemble präsentierte er 2022 unter der Leitung von Erich Wagner zwei aufregende Neuproduktionen: RESISTANZ, ein Werk des Komponisten Lutz Glandien, in dem die Musik auf eine Choreographie von Jiří Bartovanec trifft, und dem von Anisha Bondy inszenierten X3 – Iannis Xenakis zum 100. Geburtstag.
Erfahrung als Orchestermusiker sammelte Azers im Rundfunksinfonieorchester Berlin (RSB), in der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, im Berliner Symphoniker, im Lettischen National-Symphonie-Orchester, im Liepāja Symphony Orchestra und im Staatlichen Kammerorchester Sinfonietta Riga. Er spielte bereits unter der Leitung renommierter Dirigenten wie Matthias Pintscher, Vladimir Jurowski, Lahav Shani, Shao-Chia Lu, Peter Hirsch, Lior Shambadal, Andrew Manze, Alain Altinoglu, Markus Poschner, und Normunds Šnē.
Juris Azers debütierte 2021 als Assistent von Catherine Larsen-Maguire als Dirigent im Rahmen des Musikfest Berlin ein Konzertes des Ensemble Modern und des Neuen Kammerchor Berlin. In 2022 dirigierte er das Jerusalem Symphonic Orchestra im Rahmen des Jerusalem International Conducting Academy in Jerusalem, Israel. Seit 2022 hat er einen Lehrauftrag für Schlagzeug an der Internationalen Musikakademie Anton Rubinstein in Berlin.
Juris Azers lebt und arbeitet in Berlin. Er betätigt sich rege als Solist. Konzerte führten ihn u.a. nach Südkorea, Italien, Belgien, Deutschland Lettland, Litauen, Estland, Polen, China, Russland und Israel.